Histaminintoleranz: Wie stellt man die Diagnose einer Histaminose?

Aktualisiert: Juli 21


Die Diagnose Histaminintoleranz oder Histaminose betrifft immer mehr Menschen. Schätzungsweise 3-5 % der Bevölkerung, vor allem Frauen mittleren Alters, leiden an einer Histaminintoleranz oder auch Pseudoallergie.


Das schlimme ist die Betroffenen wissen es meistens gar nicht, da die Diagnose nicht einfach zu stellen ist und nur durch einen geschulten Experten gestellt werden kann. Dieser Artikel soll etwas Licht in das Thema Histamin bringen und dir helfen bei einem Verdacht auf Histaminintolerant, die Diagnose genauer zu ermitteln.


Was ist Histamin eigentlich?


Histamin kommt ganz natürlich im menschlichen oder tierischen Organismus als Gewebshormon und Botenstoff vor. Es spielt im Immunsystem eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen z.B. bei der Abwehr körperfremder Stoffe eine Rolle. Als Botenstoff fördert es die Entzündungsreaktion im Körper, indem es das Gewebe anschwellen lässt. Dabei erweitern sich die Blutgefäße und die Gefäßwände werden durchlässiger werden. So werden mehr Abwehrzellen an den Ort des Geschehens transportiert. Bei einer Allergie wird übermäßig viel Histamin ausgeschüttet, was zu den bekannten Allergie Symptomen z.B. wie bei einem Heuschnupfen führt.

Bei der Histaminintoleranz zeichnet sich jedoch ein anderes Bild: Der Körper kann das anfallende Histamin (z.B. über die Nahrung) nicht abbauen. Die dafür nötigen Mechanismen funktionieren nicht mehr richtig. Eine histaminreiche Ernährung führt dann zu einem Histaminüberschuss, wodurch sich verschiedenste Symptome präsentieren.


Das Ungleichgewicht im Histaminhaushalt


Normalerweise produzieren wir im Körper Histamin, nehmen Histamin mit der Ernährung auf und können es auf natürliche Weise adäquat abbauen. Das Grundproblem bei einer Histaminose ist, dass im Körper ein Missverhältnis zwischen Bildung und Abbau von Histamin im Körper entsteht.



Die Symptome der Histaminintoleranz bzw. Histaminose werden durch die Unfähigkeit des Körpers verursacht, Histamin ausreichend abzubauen. Ein Enzyms namens Diaminoxidase (DAO), das hauptsächlich für den Abbau von Histamin verantwortlich ist, wird vermindert ausgeschüttet. DAO findet man vor allem in der Darmschleimhaut. Ist diese in ihrer Funktion gestört, wie z.B. bei einem Leaky Gut, kann dies zu einer Histaminintoleranz führen. Die Ursachen für eine abgeschwächte Produktion von DAO sind breit gefächert. Diskutiert werden Glutenunverträglichkeit, Leaky Gut, Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO), DAO-blockierende Lebensmittel wie Alkohol, Energy Drinks und Tee, genetische Mutationen (häufig bei Menschen asiatischer Abstammung), manifestierte Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. DAO ist dabei abhängig von den Mikronährstoffen Zink, Kupfer und Vitamin B6, ohne die es zu einer Störung im Abbau von Histamin kommt.

Ebenfalls gibt es Medikamente die DAO hemmen. Dazu werden gängige Schmerzmittel wie Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (Ibuprofen, Aspirin), Antidepressiva bestimmte Immunmodulatoren, Antiarrhythmika und Antihistaminika.

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Die Reaktionen sind vielfältig und ähneln oft den Symptomen einer echten Allergie. Beim Überschreiten einer bestimmten “Schwelle” durch Histamin einerseits und/ oder durch Störungen beim Abbau des anfallenden Histamins kommt es zu starken Symptomen:


  1. Bauchschmerzen

  2. Blähungen

  3. Völlegefühl

  4. Sodbrennen des Magens

  5. Durchfälle (auch Verstofpung)

  6. unerklärliche Übelkeit


Das Beschwerdebild ist insgesamt komplex und diffus. Involviert sind viele Faktoren und Teilsystem in unserem Körper. Aufgrund dieser Komplexität werden viele Diagnosen sehr spät oder gar nicht gestellt. Eine Histaminose kann bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome nahe liegen:


  1. Kopfschmerzen/ Migräne

  2. Husten/ Asthma

  3. morgendlicher Schnupfen

  4. rote Hautstellen/ Nesselsucht

  5. Herzrasen

  6. Menstruationsbeschwerden

  7. Blutdruckschwankungen (niedriger Blutdruck)


Erklären kann man diese vielfältigen Symptome durch die vielseitige, biogene Aktivität von Histamin. Es ist als körpereigene Substanz sowohl in unseren Immunzellen aktiv. Histamin leitet dabei Entzündungsprozesse (ein und organisiert den Entzündungsvorgang an Ort und Stelle. Ein wesentlicher Effekt ist dabei die Weitung der Gefäße, wie bereits erwähnt. Findet dieser Prozess in der Schleimhaut statt, kann es zu Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen kommen oder im Bereich des Kopfes kommt es so zu Kopfschmerzen. Daneben ist es bei der Nervenübertragung für die glatte Muskulatur beteiligt. Bei einem Histaminüberschuss kommt es zu einer Verkrampfung der Organmuskulatur. So verengen sich die Bronchien (Asthma), die Gebärmuttermuskulatur verkrampft sich (starke Menstruationsbeschwerden) oder im Darm kommt es zu schmerzhaften Krämpfen. Das erklärt warum wir so viele Symptome finden können.

Histamin fungiert ebenfalls beim Empfinden des Gefühls der Übelkeit. Bei Seekrankheit mit Übelkeit bekommen daher die Betroffenen ein Antihistaminika. Außerdem wirkt es im Gehirn anregend und hält den Körper wach. So sind Ein- und Durchschlafstörungen bei einer Histaminose bekannt.

Nicht zuletzt wirkt Histamin hormonell. So kommt es zum Beispiel im Magen zu einer Übersäuerung, da unsere Magenzellen empfindlich sind für Histamin. Herzfreque